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Zwei Seniorenreisen der Gemeinde Leinburg haben mich ins Altmühltal geführt. Nach der zweiten Reise bekam ich Lust, diese herrliche Gegend noch einmal, im doppelten Sinn allein, mit meinem Büsle zu erkunden.

Weiterlesen: Warum in die Ferne schweifen? Teil 2

Drei Tage habe ich mir genommen. Freitag, Samstag und Sonntag. Wichtige Termine hielten mich davon ab, die Reise zu verlängern. Donnerstag: Skatrunde, Montag: Seniorengymnastik und später Chorprobe.

Tag 1

Mein erstes Reiseziel war Kelheim an der Donau. Wie heißt der berühmte Spruch zur Donau:

In Kelheim trifft die Altmühl, von links kommend, auf die Donau.

Den Wohnmobilstellplatz hatte ich mir schon zuhause ausgesucht. Ein Foto ist er nicht wert. Gleichwohl habe ich sehr gut und ruhig geschlafen. Und, wichtig für den Camper, eine saubere Toilette schaffte morgendlichen Komfort.

Traumhaft war allerdings die Aussicht:

Die Donau mit ihrer Schiffsanlegestelle und beeindruckend, über der Stadt thronend, die Befreiungshalle.

Da wollte ich natürlich hin. Mein Elektro-Klapprad stand mit vollem Akku bereit. Ein wenig Sorge hatte ich wegen der zu bewältigenden Höhe, aber das war letztlich kein Problem.
Der Elektromotor nahm mir einen Großteil des körperlichen Einsatzes ab.

Natürlich gibt es rund um die Befreiungshalle einen so genannten Adventure-Lab-Cache. Eine besondere Cacheart, bei der man in der Regel 5 Stationen aufsuchen und Fragen beantworten muss. Klar, dass ich diesem Cache (erfolgreich) folgte.

Zum Beweis wurde von mir ein Bild auf der Treppe mit meinem Nickname "Buessle" gefordert. Hier ist es. Die Dame auf der Treppe gehört nicht zu mir.

Hinter diesen Bäumen verbirgt sich Kelheim. Von der blauen Donau ist leider nur ein wenig zu sehen. Warum ich nicht von oben fotografiert habe? Ich weiß es nicht.

Die nachfolgenden Bilder zeigen den Beginn des Ludwig-Donau-Main-Kanals, des so genannten "Alten Kanals", der auch rund um Nürnberg ein wunderbares Ziel für Wanderungen und Radtouren ist. Wir haben häufig davon Gebrauch gemacht. Einen Beitrag dazu habe ich einmal geschrieben.
Nach meinem Geschmack ist das Zentrum von Kelheim doch ganz schön kommerzialisiert.

Am Abend gab es ein gutes Vesper im Büsle. Allerdings mit "Leinburger Hell", und nicht mit einer Schneider-Weissen. Ich befand mich - was die wenigsten wissen als gebürtiger Mittelfranke - in Kelheim in Bayern. Und ich muss zugeben: Die bayerische Schneider-Weisse ist schon etwas Feines. Übrigens bestellt man in Bayern ein "Weissbier", in Franken "a Waizn".

Tag 2

Die Wetterprognose für den kommenden Tag war nicht besonders gut. Eine böse Unwetterfront näherte sich von Nordwesten her. Starke bis sehr schwere Gewitter wurden angekündigt. Ich entschloss mich, diese Prognose zu ignorieren, und erst an "Flucht" zu denken, wenn es bedrohlich wird.

Ein Geocache führte mich nach einem üppigen Frühstück im Büsle zur Tropfsteinhöhle Schulerloch. Sicherheitshalber fuhr ich mit dem Büsle zum Parkplatz.
Wenn ich gewusst hätte, was mich da erwartet! Ein ziemlich steiler, lang gezogener Weg führt zum Höhleneingang. Ich habe leider ein wenig Probleme mit meinem Herz. Mein Kardiologe erinnerte mich daran, dass mein Herz genauso alt ist, wie ich (!). Eine gar nicht so starke Belastung, vor allem am frühen Morgen, bringt kleine Probleme, die weg sind, wenn man Ruhe gibt. Genau das mache ich. Sobald sich da etwas rührt, bleibe ich stehen und warte, bis alles wieder im Reinen ist.

Mit einer Führung in der Höhle hat es leider nicht geklappt. So holte ich mir meine Informationen für den Geocache, trank eine Apfelschorle und begab mich wieder zum Parkplatz.

Die Altmühl ist hier auch der neue Main-Donau-Kanal. Insider wissen, dass der an unserem letzten Wohnort nahe an unserer damaligen Wohnung vorbei führt.

Kurz vor dem Pfeifen meines Kaffeewassertopfs endete mein Gasvorrat. Glücklicherweise gab es gerade noch heißen Kaffee.

Ich musste deshalb zwingend Nachschub kaufen. Zu dem Zweck fuhr ich zurück nach Kelheim. Der Baumarkt hatte die benötigten Gasflaschen vorrätig.

In der Nähe des Baumarkts sind zwei Geocaches, die mich interessierten. Nah an der Donau.

Eigentlich mehr zufällig sah ich später im Vorbeifahren einen Hinweis auf die Burgruine Randeck. Sofort bog ich ab.
Dieser schnelle Entschluss, so gar nicht vom Hobby geprägt, führte mich zu einem echten Kleinod.

Nahezu senkrecht schaut man nach unten auf die Altmühl. Von dem angesagten Gewitter ist übrigens noch nichts zu sehen.

Eine nette Geste des Burg-Nachbarn

Rechts die Burg vom Tal aus gesehen
links eine bemerkenswerte, interessante Brücke, an der Altmühl, unterhalb der Burg.
Die Herbst-Bilder stammen aus dem Jahr 2015.

Das aktuelle Bild, die Burgruine Randeck vom Tal aus gesehen.

Sehr schön war übrigens einer der seltenen Anrufe die ich bekomme. Schuld daran bin ich selbst. Jeder weiß, dass ich nicht gerne telefoniere.
Es gibt natürlich Ausnahmen. Dieser Anruf, den ich gerade in dem Moment annehmen konnte, als ich die Traumsicht auf die Altmühl genießen durfte, gehört zu den großen Ausnahmen. Ich konnte meinem Gesprächspartner in Münster zeigen, wo genau ich in diesem Moment stehe. Ein Hoch auf die positiven technischen Möglichkeiten, die das Internet uns bietet.

Also, heim fahren wollte ich definitiv noch nicht. Meine Überlegung ging dahin, dass ich das böse Gewitter auch gut im Büsle erleben kann. Schließlich ist es ein Faradayscher Käfig. Bei der Suche nach einem Stellplatz stieß ich auf die mir bestens bekannte Benediktinerabtei Plankstetten. Wir waren dort häufig. Nicht nur wegen dem guten Essen in der Klosterschänke, auch nicht nur wegen dem Klosterladen mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten.
Was ich nicht wusste: Das Kloster bietet Wohnmobilisten seinen Parkplatz für Übernachtungen an. Zwar ohne jeglichen Komfort (wenn man von der herrlichen Lage absieht), aber auch ohne eine Übernachtungsgebühr.

Ich suchte mir auf dem Parkplatz einen schönen Stellplatz aus, nahm mein Elektrofaltrad und fuhr in das Hafengelände des schönen Orts Berching. Dort wartete - wie kann es anders sein - ein Geocache auf mich. Den Ort musste ich nicht mehr besichtigen, das haben wir in der Vergangenheit gründlich getan.

So fuhr ich mit dem Rad sehr schön an der Altmühl entlang. Da konnte ich meinem Elektro-Falt-Bike so richtig schön die Sporen geben. Es waren keine Steigungen zu bewältigen.

Mein Ziel war ein Denkmal zur Einweihung des Main-Donau-Kanals.

Tatsächlich verbindet dieser Kanal die Nordsee mit dem Schwarzen Meer. Wir haben uns aber immer darüber gewundert, dass bei diesem sehr aufwändigen technischen Meisterwerk nicht mehr Schiffe unterwegs sind.
Eigentlich erlebten wir im Wesentlichen Binnen-Kreuzfahrtschiffe. Wer mag, kann unter dem Link nachlesen, dass der Kanal doch wirtschaftlich bedeutsam ist.

Nach meiner Rückkehr gönnte ich mir in der Klosterschänke zu meinem Weizenbier vier Bratwürste mit Sauerkraut. Das Brot hob ich mir fürs Frühstück auf. Der Klosterladen, der nach meinen Erfahrungen tolle Sachen anbietet, hatte zwei Minuten zuvor geschlossen. Ich wurde übrigens in der Klosterschänke hervorragend bedient.

Ich kenne den Grund dafür nicht. Aber ich schlafe in meinem Büsle deutlich länger, als in jedem anderen Bett. 8 Stunden habe ich auf dem Parkplatz des Klosters geschlafen. Es war eine ruhige Nacht in schöner Umgebung.
Und das angekündigte Gewitter hat immer noch einen Bogen um das Altmühltal gemacht. Ich hatte den ganzen Tag über nur kurz einen kleinen Regenschauer, als ich mich zur Höhle hoch gequält habe.

Als "Wildcamper", die wir viele Jahre mit unserem Büsle waren, ist man stets auf der Suche nach einer sauberen Toilette. Dabei habe ich die wichtige Erfahrung gemacht, dass Klöster neben all den vielen guten Dingen, die sie leisten, dem Camper diesen wichtigen Wunsch erfüllen.

So muss ich meine Aussage, der Stellplatz sei ohne Komfort, berichtigen. Die Toilette war geöffnet, und wie gewohnt blitzblank sauber.

Tag 3

Am Sonntag wollte ich, wie gesagt, wieder zurück nach Hause. Es war wunderbares Wetter. Vom Gewitter nichts zu sehen.
Am Abend zuvor hatte ich mir angeschaut, wo ich interessante Geocaches finden könnte. Dabei fiel mir das Örtchen Sulzbürg ins Auge. Eine geologische Besonderheit und eine kleine Ortsführung mittels Adventure-Lab-Cache lockten.

Es hat sich wirklich gelohnt, diesen kleinen Abstecher vom Altmühltal aus zu machen. Die Strasse führte zunächst relativ steil bergan. Das Büsle meisterte die Steigung allerdings problemlos. Schon, als ich einen Parkplatz in der Ortsmitte ansteuerte, fiel mir dieses herrliche Fachwerkhaus, das ehemalige (?) Gasthaus Linde auf.

Rechts sieht man schon andeutungsweise, was ich später noch detaillierter beschreiben werde. Zunächst führte mich meine "Ortsbesichtigung", an der prächtigen Dorflinde vorbei, zur schlichten, aber für mich schönen Dorfkirche.

Nächste Station war, lt. meinem Reiseführer, ein Schloss. Der ganze Ort liegt am Berg. Zur Kirche musste ich deshalb vom Marktplatz kommend, schon ansteigen. Also wieder runter. Und dann rechts von der Linde weiter.

Wer genau hin schaut: 20 Prozent Steigung waren meine Herausforderung. Ohne das Büsle. Zu Fuß. Aber wie heißt der alte Spruch: "Gelobt sei, was hart macht". Ich ging es, meinem Alter entsprechend, geruhsam an.

Auf halber Höhe befindet sich ein so genannter Earthcache. Eine geologische Besonderheit, die einem beschrieben wird, und zu der man Fragen beantworten muss, die, wenn sie richtig sind, zum loggen des Caches berechtigen. Ich liebe diese Cache-Art.

Für "Insider", hier ist der Code dieses Caches: https://coord.info/GCBH5N9. Er heißt "Farben der Vergangenheit" und erklärt unter anderem am Beispiel dieses so genannten Aufschlusses, warum roter Sandstein braun-rot gefärbt ist. Na, wer weiß es? Ich. Jetzt. Das Chemische Element, das für die rötlich-braune Färbung sorgt, ist Eisen, Eisenoxyd und da vor allem Hämatit. Cachen bildet.

Und er fragt, warum das den Sandstein umgebende härtere Gestein, durchlöchert ist.

Für mich sehr spannend. Die Löcher entstehen übrigens durch Meerestiere, die sich in dem tonartigen Gestein einen Weg gesucht haben, bevor dieses hart wurde.

Ja, um zum Schloss zu kommen, musste ich nach dem Earthcache den Rest der 20 %-Steigung noch hinter mich bringen. Ein geflügeltes Wort in meiner Familie lautet:

"Die Hälfte hammer!".

Das sagte mein leider vor wenigen Tagen verstorbener Freund und Schwager bei unseren Bergtouren zu meinem jüngeren Sohn, wenn der klagend fragte: "Wann sind wir da?".
Und die Hälfte hatte ich bei dem Aufschluss gerade hinter mich gebracht.

Der Aufstieg lohnte sich auf jeden Fall.

Das war mein Bericht von dem reizenden Örtchen Sulzbürg. Ich bin immer wieder begeistert, wohin mich mein Hobby führt. Ohne Geocaching wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, nach Sulzbürg zu fahren.

Jetzt konnte ich mich beruhigt auf den Heimweg machen. Der Tacho des Büsles wird ca. 180 km mehr anzeigen. Ich fahre sehr gerne auch weiter weg. Aber diese kleine Reise hat mir wieder bestätigt:

"Warum in die Ferne schweifen,

sieh das Gute liegt so nah".

Eins bin ich noch schuldig. Was war jetzt mit diesem Gewitter? Von Sulzbürg aus hatte ich noch ca. 20 km bis zur A 3 zu fahren. Auf der fuhr ich noch ca. 15 km bis Altdorf. Bis ca. 5 km vor Altdorf hatte ich noch wunderbares Wetter, wie in den vorausgegangenen zwei Tagen.

Dann zeigte sich vor im eine wirklich bedrohliche, tief schwarze Wolkenwand, der ich mich von Kilometer zu Kilometer näherte. An der Ausfahrt Altdorf schüttelte mich der erste Windstoß mit dem Büsle durch. Dann fing es an, kräftig zu regnen. Als ich auf halbem Weg nach Leinbur, die A 6 unterquerte wurden Wind und Regen noch deutlich stärker.

Ca. 4 km musste ich durch einen Wald fahren. Ich hatte echt Sorge, dass mich ein herabstürzender Ast treffen könnte. Anhalten wollte ich deshalb nicht. Es war wie in einer Autowaschanlage. Am Ende des Waldes kommt der kleine Teilort von Leinburg, Winn. Wie von einer Zauberhand geführt, verließ ich die Autowaschanlage, und der Wind ließ deutlich nach. Die letzten zwei Kilometer bis zu meiner Wohnung war fast wieder normales Wetter. Als ich dort ankam, war Julian, mein Vermieter, dabei, herab gerissene Ästchen von der Straße zu räumen. Das Unwetter war gerade über Leinburg hinweg gegangen, und hat mich voll erwischt. Glücklicherweise ohne bei mir Schäden anzurichten.

Ich habe nach langer Zeit wieder einmal richtig Lust, einen Beitrag zu schreiben. Ursache ist, ich wage es fast nicht zu sagen, der Seniorenausflug Leinburg, das ist die Gemeinde, in der ich seit zwei Jahren lebe.

Vergangenes Jahr versuchten meine Wohnungsnachbarn, mich zur Teilnahme an diesem Ausflug zu überreden. Ich, wie bekannt, ein Camper durch und durch, lehnte fast empört ab:

Omnibus fahren? Kein Vergnügen!
Aus- und einsteigen auf Kommando? Nie und nimmer!
Geplantes Kaffeetrinken, Mittagessen, Spazieren gehen? Nicht mein Ding!

Pünktlich wieder am Bus eintreffen? Auch das noch!

Meine Nachbarn haben mich mit viel Geduld überredet. Ich stieg tatsächlich in den Omnibus ein (überzeugendes Argument für den in Baden-Württemberg Sozialisierten war, dass die Busfahrt "nix koschded").

Langer Rede kurzer Sinn: Es war ein abwechslungsreicher, interessanter Ausflug. Ich hatte nicht nur mit meinen liebenswerten Nachbarn angenehme Gespräche, ich lernte auch neue Leinburger kennen. Und ich lernte das wunderbare Altmühltal, das wir mit dem "Büsle" in den letzten Jahren mehrfach erkundet haben, von einer neuen Seite kennen.

Auch in diesem Jahr gab es wieder einen Seniorenausflug, und wieder ging es in das Altmühltal. Und wieder war ich, inzwischen geläutert, dabei. Auch wieder dabei waren die besten Wohnungsnachbarn, die ich mir vorstellen kann: Rosi und Peter.

Rosi und Peter auf dem Schiff von Kelheim nach Riedenburg

Mit dabei auch Gertraud

Zur Erinnerung an den letzten Seniorenausflug füge ich einige Bilder vom damaligen Ziel unserer Schiffsreise ein. Riedenburg war ein - für uns Senioren - sehr wichtiger Aufenthalt. Hier gab es einen vorzüglichen Eissalon, und ein tolles Lokal. Mittagessen hatten wir auf dem Schiff. Das war übrigens das einzig kritikwürdige an diesem Tag. Ein Stück Fleisch und ein Haufen frittierter Kartoffeln (trockene Pommes). Kein Blatt Salat. Offensichtlich hat die Gastronomie das "SchniPoSa" um den Salat gekürzt, damit die höheren Preise für das Schnitzel zu rechtfertigen sind. Damit das Essen nicht gar zu trocken war, sorgte ein schmackhaftes Weizenbier für Feuchtigkeit.
Ach ja, ich nutzte natürlich die Freizeit, die uns die Reiseleiterin für einen Spaziergang einräumte, für mein Hobby.

Diese beiden Ausflüge weckten in mir die Lust, im doppelten Sinn allein noch einmal durch das Altmühltal zu reisen.

Wer Lust hat, kann sich meinen Reisebericht anschauen:

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Das eigentliche Ziel dieser Reise war Münster. Wenn ich schon einmal im Sauerland bin, dann ist es bis dahin ja wirklich nur ein Katzensprung.

Als überzeugter Camper meide ich grundsätzlich Hotels. Ich schlafe am allerbesten in meinem Büsle. Behaupte ich. Und sollte tatsächlich eine Hotel-Übernachtung positiv gewesen sein, hat es mir aus Prinzip dort nicht gefallen.
Rechts in dem Prachtbau haben meine Freunde übernachtet. Mein Domizil findet man in der Reihe der Campingbusse ganz links außen. Ich habe ein sehr gutes Abendessen und zwei mal Frühstück im Hotel zu mir genommen. Nicht ganz billig, aber gut.

Nach dem Treffen mit meinen Studienkollegen fuhr ich ganz gemütlich durchs Sauerland Richtung Münster. Immer noch vermied ich die Autobahn.

Balve

Balve ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, sie liegt im Hönnetal, einem Flusstal im Sauerland. Weder der Ort, noch das Hönnetal waren mir bis dahin bekannt. Das Tal hat mich beim Durchfahren begeistert. Ich hätte Lust gehabt, da ein wenig zu wandern, das hat aber mein Zeitplan nicht zugelassen.

Im Vorbeifahren fiel mir in Balve eine schöne Kirche auf. Ich hielt an, befragte meine App, und tatsächlich, es gab einen Adventure-Lab-Cache, der rund um die Kirche führt. Von innen konnte ich St. Blasius nicht besichtigen. Es war gerade Gottesdienst, und da wollte ich natürlich nicht hinein platzen.

Der Rundgang hat Spaß gemacht und die Fahrt schön unterbrochen.

Münster

Wollte ich anfangen, über Münster zu berichten, könnte ein Buch daraus werden. 8 Jahre haben wir in einem Vorort gewohnt, ebenso lang habe ich dort gearbeitet.

Armin ist in Münster geblieben und kommt davon nicht mehr los. Was ich gut verstehen kann. Münster ist eine ausgesprochen schöne, lebens- und liebenswerte Stadt. Ihm und Elena galt mein Besuch. Um es vorweg zu nehmen: Beide gingen natürlich ihrer Arbeit nach. Sobald sie konnten, haben sie sich wunderbar um mich gekümmert.

Ich nutzte die Zeit, um Erinnerungen aufzufrischen.

Ich besuchte meine Wirkungsstätte, die damals noch Polizei-Führungsakademie hieß, heute ist es die Deutsche Hochschule der Polizei. Die Bilder zeigen die Unterkunftsgebäude. Das Casino, damals ein äußerst wichtiger Bestandteil der Akademie, hat seine Bedeutung scheinbar etwas verloren. Die Hörsäle, meine Arbeitsplätze, werden derzeit umgebaut. Auch die einstmals sehr repräsentative Aula.

So ziemlich die bedeutsamsten Erinnerungen habe ich an die Auswirkungen der Wiedervereinigung. Den Gedenkstein, die Tafel (Einigkeit und Recht und Freiheit) und den Baum habe ich damals als gewählter Vorsitzender der so genannten Messegemeinschaft beschafft. Die Idee dafür wurde von uns geboren. Der Baum ist in den 30 Jahren ganz schön gewachsen. Ein wenig stolz war ich schon, als ich vor dem Denkmal stand. Schade, dass die Aufnahme ein wenig verwackelt ist. Im Hintergrund steht ein originaler Teil der Berliner Mauer.

Hinter einer der linken Dachgauben hatte ich mein Büro.

Anschließend bummelte ich auf der Suche nach Erinnerungen und nach Antworten für mein Geocaching durch Münster-Hiltrup.

Dabei hat mich diese Tafel besonders beeindruckt. Gesehen vor Alt St. Clemens in Münster-Hiltrup

Armin lud mich bei Stuhlmacher, in Münsters guter Stube auf dem Prinzipalmarkt, zu einem feinen Abendessen ein.
1981/1982 war ich zum Studium in Münster. Wenn wir in die Stadt gingen, war das Bierchen bei Stuhlmacher quasi Pflicht. Ich werde nie vergessen, wie da nach Feierabend der Amtsrichter neben dem Maler in der Fünferreihe vor der Theke stand, und sich intensiv mit ihm unterhielt.
Das Bierchen war tatsächlich klein: 0,2 l. Der Nachschub wurde über die Köpfe der Durstigen hinweg nach hinten gereicht. Niemand kam zu kurz.
Wenn ich mich mit Einheimischen unterhielt, wurde ich von diesen sofort als Bayer erkannt. Ich musste mich heftig zur Wehr setzen, und erklären, dass ich aus Baden-Württemberg komme, und wo das ist. Erst wenn ich vom Schwarzwald erzählte, keimte ein Erkennen auf. "Ach so, der "Schwaazwald".

Leider ist das heute nicht mehr so. Stuhlmacher ist eine reine Speisegaststätte. Der Platz am Tresen ist für die Bedienungen reserviert.

Nach unserem Essen bummelten wir zurück zu Armins Wohnung.

Natürlich hatte es gerade geregnet. Das ist in Münster normal. Man sagt: "In Münster regnet es, und wenn die Glocken läuten, ist Sonntag."
Das Bild zeigt den Prinzipalmarkt, mit der Lambertikirche im Hintergrund. Besonderes Merkmal seit einiger Zeit ist eine nachts beleuchtete "Himmelsleiter" am Kirchturm, die im Inneren der Kirche beginnt.

Später begegneten wir noch dem Skelett eines Mammuts, ausgestellt hinter einem Schaufenster im Geomuseum. Das Tier hat vor 43 000 Jahre in Ahlen gelebt.

Was man in Münster auf keinen Fall versäumen darf, ist der Markt vor dem Dom.

Hier gibt es wirklich alles. Ein besonderes Erlebnis für mich ist es übrigens, dabei zu sein, wenn Armin sich, möglichst jeden Samstag, mit seinen Freunden zum Essen auf dem Markt trifft. Leider hat das dieses mal nicht nicht geklappt.

Und was man auch nicht versäumen sollte, ist ein Besuch des Kuhviertels, ein bei Studenten besonders beliebtes Kneipenviertel. Dort habe ich in all den Jahren, manch schönen Abend erlebt. Und jetzt habe ich mich von einem Cache durch das Viertel führen lassen.

Für "Wilsberg-Fans", zu denen ich mich gern zähle. Nicht nur wegen des Lokalkolorits

Schon auf dem Domplatz, sollte man unbedingt auch in den Dom gehen. Eine besondere Attraktion ist die Astronomische Uhr.
https://www.paulusdom.de/gotteshaus/kunstwerke/kunstwerke-des-st-paulus-domes/die-astronomische-uhr

Zum Abschluss noch einige Impressionen:

Wenn es dort nicht so flach wäre, und wenn die Leute einen süddeutschen Dialekt sprechen würden, könnte ich sehr gut in dieser schönen Stadt leben.

Erinnerung 2010: Vor dem Schloss

...taken by Armin Stein

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Ein Campingbus, im Idealfall mit einem Fahrrad auf dem Fahrradträger, ist nicht nur ideal für Reisen aller Art. Es ermöglicht es auch, eine Reiseroute an interessanten Geocaches auszurichten.

Ich hatte im September 2025 das Ziel, am jährlichen Treffen mit meinen Studienkollegen in Attendorn teilzunehmen. Wir treffen uns seit dem Ende unseres Studiums im Jahr 1982 abwechselnd in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern oder Baden-Württemberg. Das sind die Bundesländer, die uns zum Studium nach Münster/Westf. entsandt haben.

Wie immer, wenn ich eine solche Reise vor mir habe, nehme ich mir Zeit für die Hin- und für die Rückreise, und für Besuche, die auf der Strecke liegen. Ich bin bekanntlich Pensionär und habe die Zeit dafür. Es ist viel zu schade, auf der Autobahn von Nürnberg nach Attendorn zu fahren. Links und rechts der Autobahn gibt es so viel wunderbare Orte zu sehen, was ich mit diesem Beitrag hoffentlich beweisen kann.

Grob skizziert, wollte ich meine Enkeltochter in der Nähe von Darmstadt besuchen und von dort aus nach Plettenberg fahren. Dort leben zwei Geocacher, die wir vor Jahren auf Mallorca bei einem Geocacher-Treffen kennen gelernt haben.

Plettenberg liegt direkt bei Attendorn, so dass meine letzte Etappe zum Treffen sehr kurz war.

Das war schließlich mein grob geplanter Weg im Detail. Ich bin die ganze Strecke ausschließlich "über Land" und nicht auf Autobahnen gefahren.

Darmstadt

Bei meinem Besuch in Darmstadt habe ich mich auf die Mathildenhöhe und die Rosenhöhe konzentriert. Normalerweise sucht ein Geocacher versteckte Behältnisse, und freut sich, wenn er sich im darin liegenden Logbuch verewigen kann.
Es gibt aber auch Variationen, bei denen das "Döschen" nicht im Vordergrund steht.
"Geocaching Adventure Lab ist eine neue App und Plattform vom Entwicklungsteam des Geocaching HQ, mit der Du einzigartige Schnitzeljagden, Erfahrungen und Spiele entwerfen, spielen und mit anderen teilen kannst. Aktuell gibt es über 50.000 veröffentlichte Adventures weltweit. Mit Hilfe der Geocaching Adventure Lab® App finden Spieler Hinweise, lösen Rätseln und schließen Abenteuer an jeweils einem einzelnen Ort ab. Wenn Du schon ein Geocaching-Mitglied bist, zählen diese Stationen als einzelne Caches in Deiner Geocaching Benutzerstatistik und den Funden insgesamt."
Quelle: https://www.geocaching.com/sites/adventure-lab/de/

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit den Adventure-Lab-Caches gemacht. Sie führen in der Regel zu interessanten, schönen Orten. Die Mathildenhöhe und die Rosenhöhe in Darmstadt, sind ein beredtes Beispiel dafür.

Weltkulturerbe Mathildenhöhe

Angekündigt wird die Mathildenhöhe als ein Wahrzeichen der Stadt.

Vor allem die Russische Kirche ist sehr beeindruckend. Interessant aber auch die Werte die der Großherzog Ernst Ludwig auf der Steintafel festschreiben ließ:

Stärke
Weisheit
Gerechtigkeit
Milde

Rosenhöhe

Ich lasse die Bilder sprechen

Unter anderem hatte ich hier Rätsel zu den Partnerstädten Darmstadts zu lösen. Für jede Partnerstadt wurde ein Beet angelegt, das Charakteristika der jeweiligen Stadt zeigt. Leider habe ich es versäumt, wenigstens eines dieser Beete zu fotografieren.

Meine findige Enkeltochter hat dem Internet entnommen, dass Idstein ein sehenswerter Ort ist. Die Adventure-Lab-Cache-App bestätigte das. Ich fuhr also an Frankfurt, Mainz und Wiesbaden vorbei. Grundsätzlich mag ich Großstädte nicht, und Wiesbaden war mir aus der Vergangenheit gut bekannt.

Idstein

Außerhalb von Idstein wird man von einem Römerturm begrüßt, der signalisiert, dass hier der Limes war.

Natürlich war hier auch ein Geocache, ein so genannter Tradi versteckt, in dessen Logbuch ich mich gerne verewigt habe.

Im Ort angekommen, suchte ich zuerst den Wohnmobilstellplatz, in der Hoffnung, dass er mir eine Parkplatzsuche im Ort erspart. Das war so. Er lag zwar ein klein wenig außerhalb des Ortszentrums, war aber sehr gut angelegt. Ich werde später noch einmal indirekt auf den Platz zurück kommen.

Nach 10 Minuten erreichte ich diesen Ort. Mein Fazit: Elisabeth, das Internet und meine App haben nicht zu viel versprochen. Ich bin heute noch begeistert von diesem liebenswerten, schönen, gepflegten Ort.

Das war das erste Fachwerkhaus, das ich sah. Und das Haus hat eine tolle Geschichte. Es ist das Geburtshaus der Gemeinde. Die werdenden Mütter werden hier vor, während und nach der Geburt umsorgt. In den Fenstern unten rechts sind die Neugeborenen jeden Jahres mit ihrem Vornamen notiert.

Auf dem Weg zur Ortsmitte.

Das reich verzierte Fachwerkhaus mit den beiden Erkern beherbergt das Touristen-Büro. Hier hatte ich die 10 € für den Wohnmobilstellplatz zu entrichten. Bei einer außerordentlich freundlichen Dame. Aber das sind die Leute im Touristenbüro eigentlich meistens. Aber, wie sich nachher noch zeigen wird, war diese ganz besonders freundlich.

Dieses, das "Schiefe Haus" Haus hat mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. Meine Aufgabe war es, zu ermitteln, warum dieses Haus schief ist. Normalerweise findet man an solchen Objekten oder in deren Nähe eine Informationstafel, die hilft. Ich bin lange Zeit um das Haus herumgeschlichen, und habe nichts, aber auch gar nichts derartiges gefunden.

Schließlich befragte ich "Frau Google". Alle Erklärungen dort wurden von meiner App nicht akzeptiert. "Eitelkeit des Bauherrn", der das größte Haus in Idstein bauen wollte. Oder "unsachgemäße Umbauten" oder "architektonische Fehler". Favorit waren "Planungsfehler".
Einer, der sich vor mir im Logbuch eingetragen hatte, erwähnte, dass ihm jemand im Touristenbüro bei der Beantwortung dieser Frage geholfen habe. Also besuchte ich die sympathische Frau noch einmal. Sie erinnerte sich sofort an mich. Naja, so lang war mein erster Besuch ja noch nicht her.
Auf meine Frage erklärte sie mir wortreich die Geschichte dieses Hauses. Die kannte ich allerdings schon von Wikipedia. Warum das Haus schief ist? Sie zählte die Ursachen herunter, die das Internet parat hatte, meine App akzeptierte diese auch nicht, als sie die Tourismusdame benannte.

Ich ging frustriert weg, und war schon fast entschlossen, dieses Abenteuer zu beenden. Aber so handelt ein echter Geocacher nicht. Also turnte ich erneut um das schiefe Haus herum. Bis mir ein ganzer Christbaum voller Lichter aufging.
Wer mein Foto aufmerksam studiert, erkennt, dass rechts unten eine Baustelle abgeschirmt ist. Ich näherte mich ihr vorsichtig, zog den kleinen Teil der Sichtblende ein wenig zur Seite, und fand die lang gesuchte Tafel. Und was stand auf der schwer zu lesenden Tafel, weil ich sie in spitzem Winkel von der Seite lesen musste: Es waren "Konstruktive Mängel", die für die Schiefe sorgten. Sagte zumindest die Plakette am Haus, und das akzeptierte mein Programm.

Ich ging direkten Weges zurück ins Touristenbüro. Dort wurde ich begrüßt mit den Worten: "Oh, jetzt hat er es gefunden:" Offensichtlich war mir mein Glück ins Gesicht geschrieben. Inzwischen waren der Leiter des Büros und eine weitere Dame vom Essen zurück gekommen. Die kannten mein Problem bereits und hatten es ausgiebig diskutiert. Auch sie hatten vergeblich nach dem richtigen Begriff gesucht, und schauten mir erwartungsvoll entgegen. Zur Freude aller war das Rätsel gelöst.
Für mich wars ein schönes Erlebnis, und ich glaube, die im Touristenbüro hatten auch ihren Spaß.

Weithin sichtbar: Der Hexenturm.

Das ist Harry von der Gass - ein Idsteiner Original.

Das hat mir das sympathische Städtchen Idstein noch sympathischer gemacht. Ein Denkmal für einen außergewöhnlichen Straßenkehrer. Eine Kurzbeschreibung würde diesem Mann nicht gerecht. Ich empfehle Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_von_de_Gass

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich mit einem Adventure-Lab-Cache das Leben dieses interessanten Menschen in Idstein nachvollziehen durfte.

Auf dem Weg zum Büsle genehmigte ich mir noch ein Bier. Das hatte ich mir aber auch redlich verdient. Mit drei Adventure-Lab-Caches habe ich 15 Stationen ge- und besucht. Viel ist mir in dem Ort dadurch nicht verborgen geblieben.

Bad Camberg

Nur wenige Kilometer von Idstein entfernt ist Bad Camberg. Auch ein schöne Stadt mit vielen renovierten Fachwerkhäusern. Meine App versprach mir interessante Besichtigungsrunden, nicht nur in der Stadt.

Ich begann mit einer kleinen Wanderung zur Kreuzkapelle, die als Wahrzeichen der Stadt gilt. Sie liegt auf einem Berg oberhalb der Stadt in einer herrlichen Aussichtslage

Auf der langen Allee, hoch zur Kapelle, flog ständig eine Drohne über meinen Kopf weg. Ich fragte mich, ob ich für Russland interessant bin.

Ganz in der Nähe ist ein sehr beeindruckender Baumwipfelpfad. Glücklicherweise konnte ich die Fragen, die mir in diesem Zusammenhang gestellt wurden, von unten beantworten. Um keinen Preis hätte ich mich in die Wipfel begeben.

Interessant, was einem da so auffällt, wenn man suchend durch die Orte schleicht.

In das Städtchen Bad Camberg kam ich erst am späten Nachmittag. Ich wollte gerne etwas hessisches zu Abend essen, und landete - wie kann es anders sein - beim Italiener. Ein Einheimischer, bei dem ich mich nach einem Lokal erkundigte, das meine kulinarischen Wünsche erfüllen würde, nannte mir ein Lokal, das hatte aber Betriebsferien. Die Ersatzlösung war ... ein Italiener.

Das Essen hat mir aber sehr gut geschmeckt. Auch der Chianti, den man mir einschenkte.

Richtig schön wurde der Heimweg zum Büsle.

Am nächsten Tag "untersuchte" ich das Haus eines Künstlers, der sein Gebäude als Leinwand benutzt. Er verknüpft historische Bilder mit der Gegenwart.

Einem Straßenschild folgend besuchte ich anschließend das aktive Kloster Gnadenthal. Katholische und evangelische Christen praktizieren dort gemeinsam ihren Glauben. Männer und Frauen zölibatär in getrennten Unterkünften, gleichzeitig aber auch Familien, die zusammen die umfangreichen Ländereien bewirtschaften. Angeboten werden Seminare.

Auf meinem Rundgang im Areal traf ich eine Frau aus Köln, die seit vielen Jahren in diesem Kloster zu Gast ist. Wir gingen ein Stück des Weges gemeinsam, und unterhielten uns über "Gott und die Welt". Für kurze Zeit trennten wir uns, weil ich noch einen Cache suchen wollte. Wir trafen uns aber noch einmal im Klostercafè. Eine interessante Begegnung. Ich versäumte nichts. Sie dagegen den Beginn ihres Seminars.

Dieses Kunstwerk sollte ich als Aufgabe meines ALC finden. Mir fiel keine besonders gute Interpretation dafür ein.

Weilburg

Nach Weilburg kam ich nur, weil mich das "Burg" interessierte. Ich hielt an, fragte Frau Google, und bekam die Auskunft, dass es sich bei Weilburg um eine schöne, interessante Stadt handelte. Ich verließ meine Strecke und kam nach Weilburg. Das habe ich nicht bereut.

An der Lahn fand ich einen Parkplatz. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass es für einen Wohnmobilisten immer schwieriger wird, in einem Ort einen freien Parkplatz zu finden. Mit dem Corsa könnte ich mich vielleicht noch irgendwo in eine Parklücke quetschen. Mit dem Büsle ist das bedeutend schwieriger. In Darmstadt war ich glücklich, einen freien Platz entdeckt zu haben, in den mein SUV passte. Vor lauter Freude übersah ich, dass es sich um einen Taxi-Platz handelte. Das bemerkte ich erst, als ich bei meiner Rückkehr vom Cachen einen Zettel hinter dem Scheibenwischer fand. Auf dem Zettel stand, dass "automatisch" mein Parkvergehen festgestellt wurde, und ich irgendwann mit Post aus Darmstadt rechnen könne. Die Post ist eingetroffen. Ich vermute ja, ein Taxifahrer hat mich leider nicht übersehen. Er war wohl der "Automat". So etwas kostet locker 25 €.
Aber, wie gesagt, in Weilburg war das besser.
Hier konnte ich etwas angeblich einmaliges besichtigen. Um die Lahn besser nutzen zu können, hat man einen Tunnel für Schiffe gebaut.

Dieses Tor führt in die Innenstadt von Weilburg. Interessant ist das Kirchlein daneben. Das war in seiner Wechselvollen Geschichte

Ein Gefängnis
eine Kaserne
Katholische Kirche, und heut
ein Geschäftshaus.

Mein Freund Lambert, der über meinen Status Kenntnis davon erhalten hat, mutmaßte - selbst Rechtsanwalt - dass die logische Fortführung der Gebäudenutzung eine Anwaltskanzlei sein könnte.

Begeben wir uns auf einen Rundgang durch diese schöne Stadt.

Eine Burg habe ich in Weilburg nicht entdeckt, aber ein Schloss mit einem wunderbaren Schlossgarten.

Eine nette Episode nebenbei. Ich habe Bilder von Weilburg in meinem WhatsApp Status geteilt. Daraufhin meldete sich Dorle, und eröffnete mir, dass sie eine Wochen später einen Kurzurlaub in Weilburg gebucht habe. So was! Ich wurde sofort zum Werbeträger für diese Stadt und beglückwünschte sie zu ihrer Wahl.

Inzwischen hat sie mir ein Bild mit einer ähnlichen Figur wie diese geschickt. Sie hat diese Figur im Museums entdeckt. Ich habe ihr nicht zu viel versprochen. Es gefällt ihr in Weilburg ausgesprochen gut.

Ach ja, die Dame auf dem Bild schaut genau auf einen Geocache an der Lahn, den ich dort gesucht und gefunden habe.

Wer mich kennt, weiß, dass ich daran schlecht vorbei komme.

Zu meinem ganz großen Bedauern wurde eine kurdische Familie (Eltern und 4 Kinder zwischen 7 und 18 Jahren), mit der ich in kürzester Zeit einen wunderbaren Kontakt bekommen habe, nach erfolglosem Antrag auf Asyl überraschend nach Istanbul abgeschoben. Gut für die Statistik (?), schlecht für diese Menschen, vor allem für die Kinder (!).

Damit die erworbenen Sprachkenntnisse vor allem der Kinder (ein zwölfjähriger Junge der Familie war nach einem Jahr in einer deutschen Schule in der Lage, zwischen mir und seinen Eltern zu dolmetschen) nicht verloren gehen, baue ich gerade eine Kommunikation über die sozialen Medien auf. Dieses Filmchen ist ein Teil davon. Es geht der Familie übrigens überhaupt nicht gut.

Ich fuhr durch sehr schöne Landschaften, die ich überhaupt nicht kannte, weiter nach Norden. Begleitet wurde ich von wunderschönem Wetter.
Im Vorbeifahren sah ich ein Schild "Aartalsee". Kurz entschlossen setzte ich meinen Blinker, bog ab und fuhr zu diesem See. Nach dem "Pflastertreten" der vergangenen Tage hatte ich Lust, mich in der Natur zu bewegen.

Acht Kilometer lang war der Rundweg. Eigentlich etwas viel für mich. Aber, es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
So etwas habe ich noch nicht gesehen. 14 Adventure-Lab-Caches waren rund um den See verteilt. Das waren 14 x 5 = 70 Stationen, an denen ich (zugegeben: einfache) Fragen beantworten musste. Ich betreibe mein Hobby nicht unter quantitativen Aspekten. Natürlich kokettiere ich gelegentlich damit, dass ich in 11 Jahre 8 600 Cache-Funde verzeichnen kann. Aber das ist nicht mein Bestreben. Es kann sein, dass ich einen halben Tag unterwegs bin, um einen besonderen Cache zu suchen.

Trotzdem: An diesem Tag habe ich meinen bestehenden "Rekord" von 23 Caches an einem Tag gebrochen. Jetzt weist meine Statistik 76 Caches am 1. Oktober 2025 aus. "Leider" sieht das niemand. Geocaching ist kein Wettbewerb. Die Statistik sehe ausschließlich ich selbst.

Bad Laasphe

Ich fuhr weiter nach Norden, und näherte mich dabei einem meiner Ziele, die Geocacher-Freunde aus Mallorca .

Nach mehreren Tagen "Katzenwäsche" war vor dem Besuch eine Dusche angesagt. In Bad Laasphe fand ich einen Campingplatz, der damit warb, an jedem Stellplatz eine Toilette und eine Dusche ausschließlich für diesen Platz anzubieten. Das hatte ich bisher nur bei relativ teuren Campingplätzen gesehen, natürlich mit einem kräftigen Aufpreis für diesen Luxus.

21 € habe ich für diese Nacht bezahlt. Das ist wahrlich mehr als günstig. Ich habe die Dusche in meinem Sanitärhäuschen sehr genossen.

Am Abend vor meiner Weiterreise wollte ich schauen, ob ich in Bad Laasphe noch einen Geocache suchen könnte. Zu meiner Verblüffung stellte ich fest, dass ich zwei davon schon zusammen mit Christiane gefunden hatte.

Es ist schwer zu erkennen, aber die beiden gelben Smileys links neben dem Schriftzug "Bad Laasphe" sind zwei Geocaches, die ich zusammen mit Christiane am 7. Juli 2021 gefunden habe. Ich muss gestehen, dass ich mich daran nicht erinnerte. Mein Gedächtnis ist leider nicht mehr bei mir.

Erndtebrück im Rothaargebirge (Sauerland)

Ich hatte noch Zeit. Elke und Uli haben mich erst um 18.00 Uhr erwartet. So suchte ich mir Interessantes auf der Strecke aus. In Erndtebrück gab es einen Adventure-Lab-Cache, der sofort mein Interesse weckte. "Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg". Ich war überrascht, wie sehr sich dieser Ort durch Gedenktafeln, Stolpersteine, Denkmäler mit dem zweiten Weltkrieg auseinander setzte. Erndtebrück war ein wichtiger Ort an der Eisenbahn. Dementsprechend heftig waren alliierte Bombenangriffe.

Mir wurden alle Aspekte dieser Zeit verdeutlicht: Krieg, getötete Soldaten, der Holocaust, die Bevölkerung. Ich bin heute noch beeindruckt.

Ich habe gelernt: Wenn man die Namen auf den Stolpersteinen lesen möchte, muss man sich verneigen.

Herbst

Burgruine Ginsburg

Nahe Erndtenbrück besichtigte ich (mit guter Führung durch einen Adventure-Lab-Cache) dies Burgruine Ginsburg. Wie gut, dass ich die entdeckte.

Ein traumhafter Blick auf das Rothaargebirge.

Für das Sauerland typisches Fachwerkhaus direkt unterhalb der Ruine. Der Turm spickt noch links am Haus hervor.

Ohne, dass ich irgendwie in Hektik geraten war, blieb mir noch Zeit, den nahe gelegenen Ort Hilchenbach zu besuchen.

Hilchenbach

Typische Bauweise

Auch hier wird die Erinnerung an den Holocaust gepflegt.

Vielleicht das letzte Spaghettieis (in Deutschland) im Freien.

Plettenberg

Nach diesem ereignisreichen Tag war es Zeit nach Plettenberg zu fahren. Dort wurde ich mit einem feinen Abendessen verwöhnt. Natürlich kamen schöne Erinnerungen zur Sprache.

Das Bild zeigt Elke und Uli nahe an einem Geocache, den sie auf Mallorca in der Nähe ihres Feriendomizils versteckt haben. Mit ihrer Unterstützung haben wir den gefunden, und uns ins Logbuch eingetragen.

Nebenbei bemerkt. Auch auf Mallorca wurden wir kulinarisch sehr verwöhnt.

Im Hof des Hauses der Beiden fand ich einen perfekten Stellplatz vor.

Am nächsten Tag, auch um 18.00 Uhr sollte mein Lehrgruppentreffen in Attendorn beginnen. So blieb mir ausreichend Zeit, auf einem Morgenspaziergang 5 km um die Oestertalsperre herum zu gehen. In diesem See schwimmt Elke bei jedem Wetter, nach Möglichkeit täglich. Ich bewundere sie sehr dafür.

Wolfgang Borchert muss man gelesen haben, um dieses scheinbar launige Gedicht zu verstehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Borchert

Attendorn

Viel Zeit, die Stadt zu erkunden hatte ich nicht. Mich erwartete ein volles Programm mit viel Regen, einer Höhlenbesichtigung, einer Fahrt mit einem unbequemem "Straßenzug", einer Seereise auf dem Biggesee mit einem Elektroboot, üppiges Abendessen, wunderbare Gespräche. Leider auch mit einem Wermutstropfen. Nach 43 Jahren und (wegen Corona) 40 jährlichen Treffen bröckelt altersbedingt die Zahl meiner Freunde. Wir überlegen, ob und wenn ja, wie wir die Treffen fortführen können.

Das war mein Bericht über eine wunderbare Reise durch Hessen ins Sauerland. Ich hoffe, ich habe nicht zu viel versprochen. Aber mir haben die Landschaft entlang der Lahn und die sympathischen schön restaurierten Orte sehr gefallen. Ich habe viel gelernt. Und ganz ehrlich: Manchmal habe ich gedacht: "Eigentlich muss man nicht unbedingt in der Welt herum gondeln. Bleib im Land, und nähre Dich redlich.

Über meine Weiterreise nach Münster informiere ich separat.